Mittwoch, 11 Februar 2026 13:20

Reform im Rettungsdienst

DRK fordert klare Nachbesserungen bei der Reform der Notfallversorgung in Deutschland. DRK fordert klare Nachbesserungen bei der Reform der Notfallversorgung in Deutschland. Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Der Rettungsdienst arbeitet 24 Stunden am Tag. Bundesweit. Der Notruf 112 ist zentral. Am 11.02, dem Europäischen Tag des Notrufs, richtet das Deutsches Rotes Kreuz den Blick auf die geplante Reform der Notfallversorgung in Deutschland. Dabei äußert das DRK Zustimmung und klare Forderungen nach Nachbesserungen.

Inhaltsverzeichnis

Aktuelle belastung und systemgrenzen

Die Einsatzzahlen sind in den letzten gut 20 Jahren um rund zwei Drittel gestiegen. Ein Grund ist die häufige Nutzung der 112 bei kleineren medizinischen Problemen. Ein weiterer Faktor ist fehlendes Wissen über das dreigliedrige Notfallsystem. Dazu gehören

  • die ambulante Versorgung durch die Vertragsärzteschaft unter 116117
  • der Rettungsdienst
  • die Notfallversorgung durch Krankenhäuser

Diese Unklarheit führt zu steigender Belastung. Leitstellen und Einsatzkräfte sind betroffen. Christian Reuter, Generalsekretär des DRK, sagt wortgleich „Wir begrüßen, dass die Bundesregierung die Reform angeht, allerdings besteht Nachbesserungsbedarf“. Er ergänzt „Es sollte der Anspruch an eine Reform sein, bewährte Strukturen zu stärken, nicht sie zu schwächen.“ Weitere Hintergründe zu dringende Reformen im deutschen Rettungsdienst zeigen ähnliche strukturelle Probleme.

Bevölkerungsschutz und gefahrenabwehr

Der Rettungsdienst übernimmt mehr Aufgaben. Extremwetterereignisse nehmen zu. Die sicherheitspolitische Lage verändert sich. Damit wächst die Bedeutung des Rettungsdienstes im gesundheitlichen Bevölkerungsschutz. Er verbindet Gesundheitswesen und Gefahrenabwehr. Anerkannte Hilfsorganisationen sichern diese Brücke täglich. Ehrenamtliche Kräfte schaffen zusätzliche Kapazitäten. Das gilt auch in Katastrophen- und Zivilschutzlagen. So bleibt der Dienst handlungsfähig und bedarfsorientiert. Auf bestehende Risiken im Bevölkerungsschutz verweist auch das DRK, mehr hier.

Bereichsausnahme und finanzierung

Die Bereichsausnahme beim Rettungsdienst erlaubt Beauftragungen ohne europaweites Vergabeverfahren. Das DRK sieht darin einen zentralen Mehrwert. Christian Reuter sagt dazu wortgleich „Genau wegen dieses großen Mehrwerts gibt es die Bereichsausnahme beim Rettungsdienst, also dass die Leistungserbringer ohne europaweites Vergabeverfahren beauftragt werden können“. Er warnt weiter „Daran darf nicht gerüttelt werden, sonst kommt uns das kurzfristige wirtschaftliche Denken im Krisenfall sehr teuer zu stehen.“

Zudem fordert das DRK eine ausreichende Finanzierung vorgehaltener Kapazitäten. Diese müssen auch größere Schadenslagen abdecken. Beispiele sind

  1. viele Verletzte oder Erkrankte
  2. mehrtägige Stromausfälle wie zuletzt in Berlin
  3. Verlegungen aus Senioreneinrichtungen und Krankenhäusern

Christian Reuter betont wortgleich „Die Vorhaltung muss ausreichend dimensioniert und finanziert werden, damit die Leistungserbringer im Einsatzfall beständig die erforderlichen Kapazitäten für Behandlung und Transport zur Verfügung stellen können“. Ein Überblick zu aktuellen Entwicklungen in der außerklinischen Notfallversorgung ergänzt diese Debatte.

Zuständigkeiten und digitale vernetzung

Die Zuständigkeit der Bundesländer bleibt bestehen. Das erkennt das DRK positiv an. Die Länder kennen lokale Besonderheiten. Zugleich begrüßt das DRK den Ausbau digitaler und telemedizinischer Vernetzung. Davon profitieren Rettungsdienst, ambulante Versorgung und Krankenhäuser.

Bei der Patientensteuerung fordert das DRK stärkere Leitstellen. Genannt werden

  • verbindliche Disposition des vertragsärztlichen Notdienstes
  • Etablierung des Gemeinde-Notfallsanitäters
  • Zugriff auf Pflegenotdienste

Diese Schritte können Einsatzzahlen senken. Notaufnahmen werden entlastet. Auch präventiver Rettungsdienst und ambulante Versorgung spielen dabei eine Rolle.

Der Blick geht auch auf die Bevölkerung. Das DRK fordert mehr Gesundheitswissen. Dazu zählen regelmäßige Wiederbelebungsausbildungen in Schulen und die Einbindung von Ersthelfenden-Systemen. Christian Reuter sagt abschließend wortgleich „Es braucht eine durchdachte Reform, die verschiedene Stränge, aber auch unterschiedliche Einsatzszenarien zusammendenkt. So kann bundesweit eine möglichst gute notfallmedizinische Versorgung erreicht und sichergestellt werden“.

Zum Hintergrund gehören klare Zahlen. Das Deutsche Rote Kreuz ist der größte rettungsdienstliche Leistungserbringer in Deutschland. Rund 37.200 angestellte Mitarbeitende und etwa 23.000 Ehrenamtliche sind im Einsatz. Mehr als 5.200 Notarzt-Einsatz-Fahrzeuge, Rettungs- und Krankentransportwagen stehen bereit. Täglich erfolgen durchschnittlich rund 20.000 Einsätze in Notfallrettung und Krankentransport. Weitere geprüfte Informationen bietet die offizielle Quelle des DRK unter https://www.drk.de/.

FAQ

Was ist das Ziel der Reform der Notfallversorgung in Deutschland?

Die Reform soll den Rettungsdienst strukturell stärken und ihn auf bestehende sowie zukünftige Herausforderungen vorbereiten. Dazu gehören steigende Einsatzzahlen, eine bessere Patientensteuerung und eine stabile Finanzierung der vorgehaltenen Kapazitäten.

Warum sind die Einsatzzahlen im Rettungsdienst stark gestiegen?

In den vergangenen gut 20 Jahren sind die Einsatzzahlen um rund zwei Drittel gestiegen. Gründe sind unter anderem die häufige Nutzung der 112 bei weniger dringenden medizinischen Fällen sowie mangelndes Wissen über das dreigliedrige Notfallsystem mit 116117, Rettungsdienst und Krankenhausnotaufnahmen.

Was bedeutet die Bereichsausnahme im Rettungsdienst?

Die Bereichsausnahme erlaubt es, Leistungserbringer im Rettungsdienst ohne europaweites Vergabeverfahren zu beauftragen. Nach Ansicht des DRK sichert sie stabile Strukturen und verhindert kurzfristiges wirtschaftliches Denken im Krisenfall.

Welche Rolle spielt der Rettungsdienst im Bevölkerungsschutz?

Der Rettungsdienst übernimmt eine zentrale Funktion im gesundheitlichen Bevölkerungsschutz. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse und veränderter sicherheitspolitischer Rahmenbedingungen stellt er gemeinsam mit ehrenamtlichen Kräften zusätzliche Kapazitäten in Katastrophen- und Zivilschutzlagen bereit.

Wie groß ist das Deutsche Rote Kreuz im Rettungsdienst?

Das Deutsche Rote Kreuz ist der größte rettungsdienstliche Leistungserbringer in Deutschland. Rund 37.200 angestellte Mitarbeitende und etwa 23.000 Ehrenamtliche sind im Einsatz. Mehr als 5.200 Fahrzeuge stehen zur Verfügung, und täglich werden durchschnittlich rund 20.000 Einsätze durchgeführt.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, Webrivaig