Dienstag, 19 August 2025 14:06

Reform des Rettungsdienstes in Sachsen-Anhalt

Digitale Hilfe im Rettungsdienst in Sachsen-Anhalt Digitale Hilfe im Rettungsdienst in Sachsen-Anhalt Pixabay/Foto illustrativ

Sachsen-Anhalt bereitet eine große Änderung im Rettungswesen vor. Die Landesregierung will den Einsatz von Telenotärzten und Gemeindenotfallsanitätern landesweit ermöglichen. Damit sollen neue Versorgungsstrukturen geschaffen und die Qualität der Notfallhilfe gesichert werden. Das überarbeitete Gesetz soll bis Ende des Jahres verabschiedet werden.

Inhaltsverzeichnis:

Tamara Zieschang kündigt Reform an

Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) bestätigte, dass sich die Koalition auf die Eckpunkte der Reform verständigt hat. Die Anpassung des Rettungsdienstgesetzes soll flächendeckend mehr Flexibilität bei Notfalleinsätzen bringen. Ziel ist es, verschiedene Modelle, die bisher in einzelnen Regionen getestet wurden, für das gesamte Bundesland einzuführen.

Die Schwerpunkte der geplanten Reform sind:

  • Einführung des Telenotarztes in allen Landkreisen.
  • Ausweitung der Gemeindenotfallsanitäter auf ganz Sachsen-Anhalt.
  • Verbesserung der Fortbildungspflicht für Rettungskräfte.
  • Einheitliche Qualitätsstandards in Leitstellen.

Telenotarzt in Mansfeld-Südharz, Saalekreis und Halle

Der Telenotarzt ist bereits seit einiger Zeit im Landkreis Mansfeld-Südharz, im Saalekreis und in der Stadt Halle im Einsatz. Dabei handelt es sich um ein Pilotprojekt. Medizinische Daten wie Blutdruck und EKG werden in Echtzeit übermittelt und per Video-Anruf mit den Teams im Rettungswagen geteilt. Die Auswertung der ersten Ergebnisse zeigt klare Vorteile.

In 90 Prozent der Fälle konnten Patienten nach der Behandlung vor Ort bleiben oder wurden durch Notfallsanitäter gemeinsam mit einem Telenotarzt stabilisiert und danach in eine Klinik gebracht. Nur bei schweren Notfällen, wie etwa einem Herzinfarkt, bleibt ein Arzt vor Ort notwendig.

Gemeindenotfallsanitäter in Wittenberg und Burgenlandkreis

Ein weiteres Pilotprojekt läuft im Landkreis Wittenberg und im Burgenlandkreis. Dort kommen Gemeindenotfallsanitäter zum Einsatz. Diese Spezialkräfte sind besonders geschult und übernehmen Fälle, in denen Patienten zwar dringend Hilfe benötigen, aber nicht zwingend ins Krankenhaus müssen.

Durch die Gemeindenotfallsanitäter soll die Belastung der Kliniken reduziert werden. Gleichzeitig werden Patienten wohnortnah versorgt, was die Abläufe im Rettungsdienst verbessert.

Einheitliche Standards und neue Fortbildung

Die geplante Reform umfasst auch Änderungen bei den Qualifikationen. Die Landesregierung will landesweit verbindliche Qualitätsstandards für Leitstellenmitarbeiter einführen. Vorgesehen sind klare Vorgaben für Arbeitsabläufe und Kommunikation.

Darüber hinaus soll die Fortbildung gesetzlich verankert werden. Jede Einsatzkraft im Rettungsdienst muss regelmäßig geschult werden. Damit sollen einheitliche Kenntnisse und eine schnelle Versorgung in allen Regionen gewährleistet bleiben.

Die Pläne der Landesregierung zeigen, dass Sachsen-Anhalt auf digitale Lösungen und spezialisierte Kräfte setzt, um die Notfallversorgung zukunftssicher zu gestalten.

Quelle: BIBLIOMED MANAGER, www.on-the-top.net/de/