Inhaltsverzeichnis:
- Iris Spranger über steigende Einsatzzahlen in Berlin
- Karsten Homrighausen über neue Dringlichkeitsstufen
- Vorbeugender Rettungsdienst und Prävention
- Forderungen des Bündnisses Pro Rettungsdienst
Iris Spranger über steigende Einsatzzahlen in Berlin
Innensenatorin Iris Spranger betonte die Dringlichkeit. Im Jahr 2024 registrierte der Rettungsdienst fast 500.000 Einsätze, das sind rund 21.000 mehr als 2023. Gründe seien vor allem der demografische Wandel und der zunehmende Hilfebedarf älterer Menschen.
Ein weiterer Faktor sei die hohe Zahl von Anrufen ohne akuten medizinischen Notfall. 2024 konnte die Feuerwehr fast 40.000 Fälle an die Kassenärztliche Vereinigung weiterleiten. Damit soll die Rufnummer 19 222 künftig stärker genutzt werden, um Transporte zu organisieren und die Notrufnummer 112 zu entlasten.
Karsten Homrighausen über neue Dringlichkeitsstufen
Landesbranddirektor Karsten Homrighausen erklärte, dass die Reform eine bessere Einteilung von Notfällen ermögliche. Bei Dringlichkeit 1, etwa bei Herzinfarkten oder Schlaganfällen, zählt jede Sekunde. Bei Dringlichkeit 5 können andere Dienste wie Akutpflege oder psychiatrische Unterstützung übernehmen. Rund 10 Prozent aller bisherigen Einsätze fallen in diese Kategorie.
Damit soll der Rettungsdienst gezielt entlastet werden und seine Ressourcen auf lebensbedrohliche Situationen konzentrieren.
Vorbeugender Rettungsdienst und Prävention
Ein weiterer Bestandteil der Reform betrifft Prävention und Gesundheitskompetenz. Iris Spranger verwies auf den vorbeugenden Rettungsdienst. Dieser soll eingreifen, bevor Patientinnen und Patienten in akute Notlagen geraten.
Geplant ist der Ausbau von Angeboten wie Erste-Hilfe-Kursen. Selbsthilfekompetenz in der Bevölkerung soll verhindern, dass Rettungskräfte häufiger ohne zwingenden Notfall alarmiert werden.
Forderungen des Bündnisses Pro Rettungsdienst
Parallel zu den Berliner Plänen meldete sich das Bündnis Pro Rettungsdienst zu Wort. Mitglieder sind unter anderem die Björn Steiger Stiftung und die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG). Sie veröffentlichten einen Appell mit drei Kernforderungen:
- Integration des Rettungsdienstes in das Fünfte Sozialgesetzbuch
- Stärkere Beteiligung von Rettungsdiensten und Ärzten in Qualitätsausschüssen
- Engere Kooperation zwischen Bund und Ländern
Das Bündnis warnt vor politischen Blockaden, die die Versorgungssicherheit gefährden könnten.
Die schwarz-rote Bundesregierung plant laut Koalitionsvertrag, die Rettungsdienste zusätzlich im Hinblick auf Krisen und mögliche Kriege zu stärken. Erste Schritte wurden bereits unter der Vorgängerregierung eingeleitet.
Quelle: aerzteblatt.de, extratimeout.com/de