Inhaltsverzeichnis:
- Künstliche Intelligenz im Projekt 112 – KI rettet Leben
- Warum GPS-Daten oft nicht übertragen werden
- Fehlende Partner und finanzielle Hürden
- Fortschritt durch Technologie und Zusammenarbeit
Künstliche Intelligenz im Projekt 112 – KI rettet Leben
Etwa 30 Prozent der Notrufe erreichen die Leitstellen ohne automatische Standortübermittlung. In diesen Fällen ist der Anrufer auf sich gestellt und muss den Ort beschreiben. Laut Jörg Pfeifer, Fachbereichsleiter des DRK Bodensee-Oberschwaben, ist das unter Stress kaum möglich. Daraus entstand die Idee für das Projekt „112 – KI rettet Leben“.
Die geplante Software soll während des Gesprächs mit dem Notrufteilnehmer zuhören und bestimmte Begriffe erkennen. Erwähnungen wie „Kirche mit hohem Turm“ oder „Brücke über einem Fluss“ sollen automatisch mit Geodaten abgeglichen werden. So könnten markante Orte schnell identifiziert und Einsatzkräfte gezielt geleitet werden. Ein ähnlicher technologischer Fortschritt in der Notfallhilfe wurde kürzlich auch in der digitalen Ersthelferkarte des GRC vorgestellt.
Warum GPS-Daten oft nicht übertragen werden
Normalerweise übermitteln Smartphones bei einem Notruf automatisch den Standort. Doch laut Pfeifer funktioniert das System häufig nicht oder nur verzögert. In Grenzregionen wie am Bodensee wählen sich Handys manchmal in ausländische Netze ein, was die Übertragung behindert. Hinzu kommen technische Störungen oder fehlende GPS-Signale in Gebäuden und Tälern.
Solche Schwierigkeiten sind nicht neu. Auch andere Rettungsdienste in Deutschland berichten von ähnlichen Problemen. Überregionale Diskussionen zu diesem Thema wurden unter anderem im Zusammenhang mit der Reform des Rettungsdienstes in Berlin und Deutschland geführt. Ziel ist eine Vereinheitlichung der Systeme und eine höhere Verlässlichkeit der Datenübertragung.
Fehlende Partner und finanzielle Hürden
Das Konzept des DRK Bodensee-Oberschwaben befindet sich noch im Anfangsstadium. Für Tests fehlen derzeit finanzielle Mittel und technische Partner. Ohne Unterstützung bleibt die Idee vorerst theoretisch. Das DRK sucht deshalb gezielt Kooperationen mit Forschungseinrichtungen, Softwareentwicklern und Mobilfunkanbietern.
Eine Umsetzung könnte die Reaktionszeiten im Rettungsdienst deutlich verkürzen und Menschenleben retten. Ähnliche Innovationen werden derzeit in anderen Regionen geprüft, etwa beim Telenotarzt-Projekt in Münster, das ebenfalls auf digitale Unterstützung im Einsatz setzt.
Fortschritt durch Technologie und Zusammenarbeit
Das Projekt „112 – KI rettet Leben“ zeigt, dass technologische Innovationen auch in der Notfallrettung immer wichtiger werden. Künstliche Intelligenz könnte künftig helfen, wertvolle Sekunden zu gewinnen, insbesondere dort, wo GPS-Daten versagen. Der nächste Schritt liegt nun in der praktischen Erprobung und der Finanzierung.
Ob die KI bald flächendeckend in den Leitstellen eingesetzt wird, hängt von politischer Unterstützung, Forschungsergebnissen und der Bereitschaft zur Zusammenarbeit ab. Für die Einsatzkräfte am Bodensee wäre es ein entscheidender Fortschritt in Richtung digitaler Rettung.
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Quelle: SWR, MILEKCORP