Dienstag, 27 Januar 2026 17:21

Katastrophentraining in Leipzig

Notfalltraining unter realistischen Bedingungen in Leipzig. Notfalltraining unter realistischen Bedingungen in Leipzig. Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Explosionen, Schreie und zahlreiche Verletzte prägen seit Dienstag den Süden von Leipzig. Drei Tage lang trainieren angehende Ärztinnen und Ärzte reale Ausnahmesituationen. Ziel ist die Vorbereitung auf medizinische Einsätze unter extremen Bedingungen. Das Szenario wirkt realistisch. Lärm, Zeitdruck und viele Beteiligte bestimmen den Ablauf. Ähnliche Konzepte wurden bereits bei großangelegten Rettungsübungen in München erprobt.

Inhaltsverzeichnis

Martin Neef und Universität Leipzig

Insgesamt nehmen 340 Medizinstudentinnen und Medizinstudenten der Universität Leipzig teil. Das Training läuft über 3 Tage. Kursdirektor ist Martin Neef. Er leitet das Notfall-Akut-Medizintraining. Die Übungen finden nicht im Hörsaal statt. Sie erfolgen im realen Umfeld. Viele Teilnehmende erleben erstmals medizinische Arbeit unter Stress, Lärm und Zeitdruck. Vergleichbare Ausbildungsformate werden auch in anderen Städten umgesetzt, mehr hier.

Geübt werden 9 unterschiedliche Szenarien der Notfallmedizin. Dazu zählen schwere Unfälle und technische Rettungen. Gemeinsam mit Einsatzkräften müssen Verletzte geborgen werden. Zum Einsatz kommen eine Drehleiter und Strickleitern. Die Rettung erfolgt aus bis zu 12 Metern Höhe. Auch Schächte gehören zu den Übungsorten.

Feuerwehr Leipzig und technische Rettung

Die Feuerwehr Leipzig ist fest eingebunden. Sie unterstützt bei komplexen Rettungslagen. Studierende arbeiten direkt mit ihr zusammen. Die Zusammenarbeit simuliert reale Einsätze mit mehreren Organisationen.

Ein Schwerpunkt liegt auf der sicheren Evakuierung. Dazu gehören folgende Punkte

  • Rettung von Dächern und aus Schächten
  • Einsatz von Leitern und Sicherungssystemen
  • Abstimmung zwischen medizinischem und technischem Personal

Jede Übung folgt festen Abläufen. Fehler werden ausgewertet. Verbesserungen fließen sofort ein. Der Ablauf bleibt straff. Die Zeit ist begrenzt. Auch andere Regionen testen regelmäßig den Ernstfall, etwa bei Cottbus.

ASB Sachsen, Johanniter und Bombenszenario

Veranstaltet wird das Training vom Arbeiter-Samariter-Bund Landesverband Sachsen. Partner sind die Medizinische Fakultät und die Johanniter. Auch hier steht Praxis im Mittelpunkt. Die Szenarien orientieren sich an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen der Notfallmedizin.

Ein zentrales Element ist eine fiktive Bombenexplosion. Dabei handelt es sich um einen Massenanfall von Verletzten. Die Teilnehmenden wechseln ihre Rollen. Sie agieren als

  1. Notärztinnen und Notärzte
  2. Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitäter
  3. Verletzte Personen

So entstehen wechselnde Perspektiven. Die Belastung steigt. Entscheidungen müssen schnell fallen.

Daniel Bortenreuter und Teamarbeit

Nach Einschätzung von Daniel Bortenreuter reicht Fachwissen allein nicht aus. Teamarbeit und Kommunikation sind entscheidend für den Einsatzerfolg. Er erklärt wörtlich

„Unser Anliegen ist es den Studierenden zu demonstrieren, was auf sie in ihrer Berufspraxis warten kann, sie hierfür zu sensibilisieren und darzustellen, wie sie als Notärzte mit den anderen Blaulichtorganisationen zusammenarbeiten.“

Das Training zeigt reale Anforderungen. Es verbindet Medizin und Einsatzpraxis. Die Studierenden lernen Abläufe kennen. Sie trainieren Kooperation. Damit steigt ihre Einsatzfähigkeit für echte Katastrophenlagen.

FAQ

Wie viele Studierende nehmen am Katastrophentraining in Leipzig teil?

Insgesamt nehmen 340 Medizinstudentinnen und Medizinstudenten der Universität Leipzig an dem dreitägigen Training teil.

Wie lange dauert das Notfall-Akut-Medizintraining?

Das Training ist auf eine Dauer von drei Tagen ausgelegt und findet durchgehend unter realitätsnahen Bedingungen statt.

Welche Szenarien werden während der Übung trainiert?

Geübt werden neun unterschiedliche Szenarien der Notfallmedizin, darunter technische Rettungen, schwere Unfälle und ein Massenanfall von Verletzten nach einer fiktiven Bombenexplosion.

Welche Organisationen sind an dem Training beteiligt?

Beteiligt sind der Arbeiter-Samariter-Bund Landesverband Sachsen, die Medizinische Fakultät der Universität Leipzig, die Johanniter sowie die Feuerwehr Leipzig.

Welche Rolle spielt die Feuerwehr Leipzig im Training?

Die Feuerwehr Leipzig unterstützt die Studierenden bei technischen Rettungen, unter anderem bei der Bergung von Verletzten aus bis zu zwölf Metern Höhe.

Warum ist Teamarbeit ein zentraler Bestandteil der Übung?

Teamarbeit und Kommunikation sind notwendig, um die Zusammenarbeit zwischen Notärzten, Rettungsdiensten und weiteren Blaulichtorganisationen realitätsnah zu trainieren.

Quelle: MDR, SN2 WORLD