Inhaltsverzeichnis:
- Axel Schuh und Branddirektion Leipzig
- Grünau-Mitte und Stuttgarter Allee
- Connewitz und verletzter Zugführer
- Robby Faehse und Freiwillige Feuerwehr
Axel Schuh und Branddirektion Leipzig
Die Witterung hatte zunächst Hoffnung auf einen ruhigeren Ablauf geweckt. „Die erste halbe Stunde war noch recht unspektakulär“, sagte Axel Schuh, Leiter der Branddirektion Leipzig. „Ab 1 Uhr kam es dann zu einer Häufung von Einsätzen.“ Trotz der Belastung blieb die Lage beherrschbar. Es gab 2 Verbandseinsätze, 28 mittlere Brände und 51 kleinere Brände. Diese Zahlen entsprachen Einsätzen, die die Feuerwehr grundsätzlich bewältigen kann. Ergänzend setzt Leipzig perspektivisch auf digitale Unterstützung, mehr dazu hier.
Grünau-Mitte und Stuttgarter Allee
Im Stadtteil Grünau-Mitte, nahe der Stuttgarter Allee, kam es zu einem gezielten Angriff. Knapp 20 Personen bereiteten einen Hinterhalt vor. Zunächst wurde eine große Mülltonne angezündet, um Notrufe auszulösen. „Etwa 20 bis 30 Meter davor waren weitere Mülltonnen angesteckt, um die Zufahrt mit den Fahrzeugen zu verhindern.“ Sobald die Einsatzkräfte ausstiegen, wurden sie mit Böllern und Raketen beworfen. Ein Angreifer setzte zusätzlich einen Pulver-Feuerlöscher ein und warf ihn anschließend auf die Feuerwehrleute. „Es ist erst losgegangen, als Feuerwehrkräfte da waren“, erklärte Schuh. „Das lässt für uns den Schluss zu, dass das konstruiert war.“
Connewitz und verletzter Zugführer
Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich später in Connewitz. Die Feuerwehr wollte eine brennende Barrikade löschen. Dabei wurde sie erneut mit Pyrotechnik attackiert. Eine Rakete explodierte zwischen Jackenkragen und Helm-Visier eines Zugführers. Der Mann wurde erheblich verletzt. Der gesamte Feuerwehrzug wurde in dieser Nacht aus dem Dienst genommen. Die Maßnahme erfolgte auf Anordnung der Einsatzleitung. Solche Vorfälle verstärken bundesweit die Debatte über dringende Reformen im Rettungsdienst.
Robby Faehse und Freiwillige Feuerwehr
Die Angriffe trafen vor allem Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr. „Für uns als Verband ist das ein absolutes No-Go, dass man helfende Menschen angreift“, sagte Robby Faehse. „Sowohl in Connewitz als auch in Grünau hat es Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr getroffen.“ Diese engagieren sich ehrenamtlich und kehren nach Einsätzen in ihren regulären Beruf zurück. Mehrere Einsatzkräfte äußerten Zweifel, sich im kommenden Jahr erneut für den Silvester-Einsatz zu melden.
- betroffene Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr
- steigende Gewalt gegen Einsatzkräfte
- wachsende Belastung an einem einzigen Einsatztag
Der Verband fordert eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Angriffen auf Feuerwehr, Rettungsdienste und städtische Beschäftigte. Zusätzlich wird vor Personalkürzungen und vor ausbleibenden Investitionen in Gebäude und Technik gewarnt. „Die Einsätze werden nicht weniger“, mahnte Faehse.
Quelle: TAG24, SN2 WORLD
FAQ
Wie viele Notrufe gingen zum Jahreswechsel in Leipzig ein?
Innerhalb von 24 Stunden wurden bei der Integrierten Regionalleitstelle insgesamt 851 Notrufe registriert.
Wie stark stieg die Zahl der Einsätze im Vergleich zum Vorjahr?
Die Zahl der Einsätze lag um 35 Prozent höher als im vorherigen Jahr.
Welche Arten von Einsätzen verzeichnete die Feuerwehr?
Es gab 2 Verbandseinsätze, 28 mittlere Brände sowie 51 kleinere Brände.
Wo kam es zu gezielten Angriffen auf Einsatzkräfte?
Gezielte Angriffe ereigneten sich unter anderem in Grünau-Mitte im Bereich der Stuttgarter Allee sowie später im Stadtteil Connewitz.
Welche Folgen hatten die Angriffe in Connewitz?
Ein Zugführer wurde erheblich verletzt, nachdem eine Rakete zwischen Jackenkragen und Helm-Visier explodierte, woraufhin der gesamte Feuerwehrzug in dieser Nacht aus dem Dienst genommen wurde.