Donnerstag, 24 Juli 2025 19:16

Blaualgen-Gefahr für Hunde

Blaualgen gefährden Hunde beim Baden im Sommer. Blaualgen gefährden Hunde beim Baden im Sommer. Foto: pixabay

Steigende Temperaturen, wenig Regen und hohe Sonneneinstrahlung führen zur massiven Vermehrung von Blaualgen. Diese sind in Wirklichkeit Cyanobakterien. Sie kommen in geringen Mengen in allen Gewässern vor. Doch bei Temperaturen ab 30 Grad und intensiver Sonneneinstrahlung entstehen hohe Konzentrationen. Dabei produzieren sie giftige Stoffe, die sowohl für Menschen als auch für Tiere gefährlich sind.

Inhaltsverzeichnis:

Cyanobakterien in Stuttgart und Umgebung

In mehreren Seen rund um Stuttgart wurden giftige Blaualgen nachgewiesen. Besonders betroffen sind stehende Gewässer mit geringer Durchströmung. In den vergangenen Wochen kam es vermehrt zu Warnungen und Badeverboten. Viele Gemeinden in Baden-Württemberg haben entsprechende Hinweisschilder aufgestellt. Diese Warnungen richten sich ausdrücklich auch an Hundehalter.

Jana Hoger von der Tierschutzorganisation PETA weist darauf hin, dass Hunde nicht in trübes oder grünlich-schleimiges Wasser dürfen. Das darin enthaltene Gift kann zu Leberversagen führen. In schweren Fällen endet die Vergiftung tödlich. Jährlich sterben deutschlandweit mehrere Hunde nach Kontakt mit belastetem Wasser.

Symptome bei Hunden

Eine Vergiftung zeigt sich oft innerhalb kurzer Zeit. Zu den häufigsten Symptomen zählen:

  • Lethargie und Schwäche
  • Erbrechen und Durchfall
  • Orientierungslosigkeit
  • Übermäßiger Speichelfluss und Zittern
  • Atemnot und Bewusstlosigkeit

Tritt eines oder mehrere dieser Anzeichen auf, muss sofort eine tierärztliche Behandlung erfolgen. Ohne schnelle Hilfe kann das Tier sterben.

Empfehlungen für Hundehalter

PETA rät zu klaren Vorsichtsmaßnahmen. Einige Regeln helfen, das Risiko zu minimieren:

  1. Badestellen meiden, wenn das Wasser grünlich oder trüb wirkt.
  2. Spaziergänge verlegen – besonders während der sogenannten Blaualgen-Blüte.
  3. Hunde immer anleinen in der Nähe von Teichen, Seen und langsam fließenden Gewässern.
  4. Nach dem Bad gründlich abspülen, um Reste vom Fell zu entfernen.
  5. Frisches Wasser mitnehmen, damit Tiere nicht aus unbekannten Quellen trinken.

Auch ohne offizielle Warnung ist es wichtig, das Wasser vor dem Betreten genau zu prüfen. Ein fauliger Geruch oder grün-blaue Schlieren sind deutliche Warnsignale. In solchen Fällen sollten Tiere keinen Kontakt zum Wasser haben.

Weitere Risiken für Tiere und Menschen

Nicht nur Hunde sind gefährdet. Auch Katzen, Pferde und Vögel können sich vergiften. Bei ihnen verläuft die Erkrankung oft noch schneller und endet in vielen Fällen tödlich. Menschen reagieren ebenfalls empfindlich auf die Bakterien. Hautausschläge, Durchfall, Kopfschmerzen oder Atemnot können die Folge sein.

Die Ausbreitung wird zusätzlich durch Nährstoffe wie Phosphor und Stickstoff begünstigt. Diese gelangen über Kläranlagen und Landwirtschaft in die Gewässer und fördern das Wachstum der Bakterien.

Ein verantwortungsvoller Umgang mit Gewässern ist entscheidend, um die Gesundheit von Mensch und Tier zu schützen.

Quelle: HundeNachrichten